Glühwein & Feuerzangenbowle: winterliche Getränkespezialitäten

Wenn Du an winterliche Märkte denkst, erscheint wahrscheinlich sofort ein Becher Glühwein vor Deinem inneren Auge, weil dieses Getränk eng mit der kalten Jahreszeit verbunden ist. Sein Duft aus Gewürzen, Wein und leichten Zitrusnoten prägt viele winterliche Erinnerungen, und dennoch kennen viele die lange Geschichte des Glühweins kaum. Deshalb lohnt sich ein Blick zurück, weil Du dadurch besser verstehst, wie traditionsreich dieses Getränk wirklich ist und welche kulturellen Wege es genommen hat.

Glühwein begleitet viele winterliche Momente, weil sein Duft eine besondere Stimmung schafft und gleichzeitig Erinnerungen weckt. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Glühwein entstanden ist und warum seine Wurzeln viel weiter zurückreichen, als viele vermuten. Außerdem lernst Du, wie sich Glühwein von der Feuerzangenbowle unterscheidet, obwohl beide Getränke viele Gewürze teilen und sehr ähnlich erscheinen. Die Unterschiede liegen jedoch im Ritual, in der Zubereitung und in der geschmacklichen Tiefe, weshalb beide Getränke ihren eigenen Charakter besitzen. Zusätzlich findest Du zwei einfache Rezepte für Gebäck und Kekse, die wunderbar zu Glühwein passen und Deine winterliche Auszeit abrunden. So kannst Du gemütliche Abende mit vertrauten Aromen und traditionellen Ideen gestalten.

Die historischen Ursprünge von gewürzten Weinen

Auch wenn Glühwein für viele ein typisch deutsches Wintergetränk ist, reichen seine Wurzeln viel weiter zurück, weil bereits die alten Griechen und Römer gewürzten Wein kannten. Sie mischten Wein mit Honig, Kräutern und Gewürzen, weil sie den Geschmack vielseitiger gestalten wollten. Dieser gewürzte Wein war eine Art Vorläufer, der sowohl warm als auch kalt serviert wurde. Das zeigt, dass die Grundidee von aromatisiertem Wein schon vor über 2000 Jahren existierte und sich bis heute durchgesetzt hat.

Im Mittelalter entwickelte sich diese Tradition weiter, weil Wein oft von eher rustikaler Qualität war und Gewürze den Geschmack harmonischer machten. Gerade wohlhabende Haushalte verwendeten kostbare Gewürze, während Reisende oder Wirte eher einfache Mischungen nutzten. Viele dieser mittelalterlichen Gewürzweine ähnelten modernen Glühweinrezepten erstaunlich stark, obwohl sie meist nicht erhitzt wurden.

Wie der Glühwein zu dem wurde, was wir heute kennen

Glühwein in seiner heutigen Form tauchte im deutschsprachigen Raum spätestens im 15. Jahrhundert auf, weil dort die Idee des „Glühens“ von Wein eine Rolle spielte. Dieses Glühen bezog sich auf erhitzte Eisenstangen, die man in den Wein hielt, bis er warm wurde und leichte Röstaromen annahm. Erst später erhitzte man den Wein direkt im Topf, weil sich Küchenutensilien veränderten und das Erwärmen einfacher wurde.

Der heutige Glühwein, wie Du ihn vom Weihnachtsmarkt kennst, entstand schließlich im 19. Jahrhundert, als Rezepte mit Zimt, Nelken und Zitrusfrüchten immer beliebter wurden. Diese Mischung war leicht zu reproduzieren, weshalb sie sich schnell verbreitete. Dadurch entstand ein einheitlicher Geschmack, der bis heute typisch für Glühwein ist. Nicht nur in Deutschland wird Glühwein gerne getrunken, auch in Frankreich, Tschechien oder Österreich wird Glühwein viel ausgeschenkt.

Welche Gewürze kommen in einen Glühwein?

Passende Gewürze zum Glühwein sind zum Beispiel:

  • Vanilleschoten, Ingwer, Muskat, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Zimt, Nelken, Kardamom, getrocknete Zitronen- oder Orangenschalen, Pfeffer, Koriandersaat, Fenchelsamen.

Tipps für die Zubereitung

Ganz egal für welche Gewürze ihr euch entscheidet, achtet stets darauf, dass es echte Gewürze sind und keine Aromen.  All diese Gewürze verleihen eurem Glühwein eine aromatische Note und dienen zudem noch als schöne Garnitur. Je nach Geschmack könnt ihr die Gewürze miteinander kombinieren und euch die perfekte Glühwein-Mischung selbst kreieren.

Wenn ihr Glühwein selbst zubereitet, solltet ihr darauf achten, dass er nicht zu stark erhitzt wird oder gar anfängt zu sieden. Sobald der Glühwein anfängt zu kochen und eine Temperatur von über 78 Grad erreicht, entweicht der Alkohol und der Geschmack der Gewürze kann sich ebenfalls verändern.

Glühwein & Feuerzangenbowle mit aromatischen Gewürzen selbst machen
Glühwein & Feuerzangenbowle selbst gemacht

Am besten kontrolliert ihr die Temperatur regelmäßig mit einem Küchen- oder Teewasser-Thermometer.

Tipp: Nutzt zum Erwärmen und zum Schöpfen Edelstahl-Töpfe und Edelstahl-Küchenutensilien. Töpfe aus Aluminium, Kupfer oder anderen Metallen können eine schädliche Wirkung auf den Glühwein haben, weil die Metalle mit den Säuren im Glühwein reagieren.

Auch beim Wein sollte die Qualität stimmen. Egal, ob Weiß- oder Rotwein, der Wein sollte trocken oder halbtrocken sein. Verwendet außerdem keinen billigen Wein, denn je billiger der Wein, desto stärker sind die Kopfschmerzen am nächsten Tag.

Glühwein selber machen

Zutaten

  • Trockener Rotwein oder Weißwein (1 Flasche mit 750 ml)
  • 1 Bio Orange (in Scheiben geschnitten & abgerieben)
  • 8 Gewürznelken
  • 1 kleines Stück Ingwer (geschält)
  • 3 Zimtstangen
  • Zum Süßen: 2 EL Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig oder Zucker
  • 100 ml Brandy oder Wodka
  • Optional: Rosinen, Mandeln

Zubereitung

  1. Gib die Gewürze, die abgeriebene Schale der Orange und den Ingwer in ein Schraub- oder Weckglas und fülle alles mit Brandy oder Wodka auf. Nun muss die Mischung am besten einen Tag langziehen.
  2. Im nächsten Schritt seihst du die aromatisierte Mischung mit Hilfe eines Siebs oder eines Kaffeefilters ab.
  3. Fülle den Wein in einen Topf und erhitze alles bei kleiner Flamme. Schneide die Orange in Scheiben und füge sie ebenfalls zum Wein hinzu.
  4. Nun kannst du nach belieben noch Rosinen oder Mandeln hineingeben und alles zusammen einige Minuten unter Rühren erhitzen. Achte hier darauf, dass der Glühwein nicht anfängt zu kochen!
  5. Nach belieben kannst du deinen Glühwein mit Honig, Rohrzucker, Agavendicksaft oder Ahornsirup süßen.

Ist der Glühwein fertig zubereitet, empfehlen wir das Ganze für mindestens eine Stunde ziehen zu lassen. Noch aromatischer wird euer Glühwein, wenn ihr ihn bereits einen Tag früher zubereiten und ihn über Nacht ziehen lässt, sodass sich alle Aromen schön entfalten können.

Die alkoholfreie Glühwein-Variante

Zutaten

  • 500 ml ungesüßten Cranberry- oder Granatapfelsaft
  • 1 L Wasser
  • 1 Zimtstange
  • 2 EL Honig
  • 1 kleines Stück Ingwer (geschält)
  • 4 Stück Kardamom
  • 1 Bio Orange (in feine Scheiben geschnitten)
  • 4 Stück Gewürznelken

Zubereitung

  1. Gib die Gewürze und den Ingwer in ein Schraub- oder Weckglas und fülle alles mit 500ml Saft auf. Am besten lässt du diese Mischung, wie beim alkoholhaltigen Glühwein, für mehrere Stunden stehen.
  2.  Stelle einen Topf bei geringer Stufe auf den Herd und füge das Wasser hinzu.
  3. Den Glühwein erhitzen und langsam umrühren. Anschließend alles eine Stunde zugedeckt ziehen lassen.
  4. Fülle die Flüssigkeit in eine große Bowle oder eine Schüssel um. Wenn du die Gewürze nicht im Glühwein haben willst, seist du die Mischung vorher durch ein Sieb oder einen Kaffeefilter.

Verleiht eurem Glühwein eine ganz besondere optische Note. Mit frischen Früchten wie Apfel, Orangen, Zitronen, Wacholderbeeren oder Granatapfelkernen. Auch getrocknete Hibiskus-Blüten eignen sich super als optisches Highlight.

Feuerzangenbowle: ihr besonderer Ursprung

Neben Glühwein erfreut sich die Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt immer größerer Beliebtheit. Auch Weihnachten oder Silvester sind tolle Anlässe, um eine feierliche Feuerzangenbowle zu genießen. Besonders schön anzusehen ist der brennende Zuckerhut, wenn es draußen kalt und dunkel ist.

Während Glühwein seine Wurzeln in der Antike und im Mittelalter trägt, entstand die Feuerzangenbowle deutlich später. Sie entwickelte sich im 19. Jahrhundert in studentischen Gemeinschaften, weil sie dort als geselliges Ritual diente. Der zentrale Unterschied liegt im brennenden Zuckerhut, der über dem Getränk langsam karamellisiert.

Dieses Ritual war so eindrucksvoll, dass die Feuerzangenbowle bald zum festen Bestandteil studentischer Feste wurde. Der berühmte Film „Die Feuerzangenbowle“ aus dem Jahr 1944 sorgte dafür, dass das Getränk im ganzen Land bekannt wurde. Viele Menschen verbinden die Feuerzangenbowle deshalb mit Tradition, Geselligkeit und einem ganz bestimmten winterlichen Gefühl.

Was die Feuerzangenbowle geschmacklich einzigartig macht

Auch wenn die Basis der Feuerzangenbowle einem Glühwein ähnelt, verändert der karamellisierende Zucker den Geschmack deutlich. Die Aromen werden runder, weil der karamellisierte Zucker eine zusätzliche Tiefe bringt. Der brennende Zuckerhut schafft außerdem einen besonderen Duft, der das Erlebnis intensiver wirken lässt.

Das bedeutet: Die Feuerzangenbowle ist nicht einfach ein „abgewandelter Glühwein“, sondern ein Getränk mit eigenem Charakter, das immer mit einem bestimmten Ritual verbunden ist. Genau dieses Ritual macht sie für viele Menschen so besonders und einzigartig.

Feuerzangenbowle-Rezept

Passendes Equipment, wie eine Feuerzange und / oder Rechaud für die Zubereitung, bekommt ihr in der Weihnachtszeit in vielen Haushaltsgeschäften. Oder ihr greift zu einem fertigen Feuerzangenbowlen-Set inklusive Tasse, Halterung und Zuckerhut. Benutzt für das Anzünden des Zuckerhutes am besten lange Streichhölzer, da sonst Verbrennungsgefahr besteht.

Eine Original Feuerzangentasse in blau aus Keramik für 200ml Inhalt. Im Set ist enthalten: ein Rum-Verschnitt (68% Vol., 20ml), eine Edelstahlzange sowie drei Zimt-Zucker-Hütchen. Die Tasse hat eine praktische, selbsthaltende, absenkbare Edelstahlzange.

Ein fast jeder kennt, seit dem letzten Jahrhundert, dieses magische Getränk und zelebriert es im Kreise seiner Freunde und Familie. Die zuckerreduzierte Feuerzangenbowle aus kräftigem italienischem Bio-Rotwein und besten biologischen Gewürzen wie Sternanis, Nelke, Orange, Zimt, Vanille und einem Schuss Jamaica-Rum wird im Chiemgau/Süddeutschland hergestellt.

 

Zutaten

  • 2 Flaschen Rotwein (z.B. Brugunder)
  • 2 Bio-Orangen
  • 1 Zuckerhut (250g)
  • 5 Nelken
  • 1 Stange Zimt
  • 2 Sternenanis
  • 280 ml Rum ( ab 50 Vol.)

Zubereitung

  1. Wasche die Orangen heiß ab und schneide die Früchte zur Hälfte durch. Schneide die eine Hälfte in dünne Scheiben. Aus der anderen Hälfte den Saft auspressen und durch einen Filter sieben.
  2. Erhitze den Rotwein, die Zimtstangen, Nelken in einem Bowlen- oder Fonduetopf. Nicht kochen lassen.
  3. Stelle das Gefäß auf ein passendes Rechaud, damit die Mischung heiß bleibt.
  4. Lege nun den Zuckerhut mit Gestell über den Topf, tränke den Zuckerhut in Rum und zünde ihn sofort an. Achte darauf, dass du den Rum nicht direkt aus der Flasche gießt.
  5. Sobald die Flamme abnimmt, etwas Rum mit einer Schöpfkelle nachgießen. Sollte die Flamme erloschen sein, kannst du den Zucker erneut anzünden.
  6. Wenn der komplette Zuckerhut in den Wein getropft ist, nimmst du die Feuerzange vom Topf.
  7. Nach Belieben kannst du die Orangenscheiben und Gewürze im Topf lassen oder herausfischen. Alles gut umrühren und in Teegläsern oder Grog-Gläsern servieren.

Mit diesen winterlichen Rezepten könnt ihr es euch zu Hause gemütlich machen und euch ein wenig Weihnachtsmarkt-Feeling ins heimische Wohnzimmer holen. Wenn ihr noch mehr Lust auf winterliche (alkoholische) Wintergetränke habt, dann schaut in unsere bisherigen Beiträge rein. Hier findet ihr Rezepte für verschiedene Kreationen, wie zum Beispiel einer heißen Schokolade oder einen heißen Whiskey-Cocktail.

Damit Du Deine winterlichen Abende abrunden kannst, findest Du jetzt zwei einfache Rezepte, die geschmacklich zu beiden Getränken passen:

Duftende Gewürzplätzchen

Zutaten:
• 250 g Mehl
• 100 g Butter
• 100 g Zucker
• 1 Ei
• 1 TL Zimt
• ½ TL Nelke gemahlen
• 1 TL Vanillezucker

Zubereitung:

  1. Butter und Zucker verrühren.
  2. Ei untermischen.
  3. Mehl und Gewürze einarbeiten.
  4. Teig kühlen und ausrollen.
  5. Plätzchen ausstechen und bei 175 °C etwa 10 Minuten backen.

Knusprige Mandelkekse

Zutaten:
• 200 g Mehl
• 80 g Butter
• 80 g Zucker
• 1 Ei
• 80 g Mandeln gehackt
• 1 TL Vanillezucker

Zubereitung:

  1. Zutaten zu einem Teig kneten.
  2. Kleine Kugeln formen und flach drücken.
  3. Bei 180 °C etwa 12 Minuten backen.

Wir wünschen eine schöne Weihnachtszeit.

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