Die Quitte – eine fast vergessene Delikatesse

Eine heimische Frucht, die fast in Vergessenheit geraten ist, erfreut sich wachsender Beliebtheit und ist wortwörtlich in aller Munde: die Quitte. Die gelben Herbstfrüchte gehören zu den gesündesten Früchten, die du selbst im Garten anbauen kannst. Im Mai und Juni fängt die wärmeliebende Frucht an zu blühen. Geerntet wird sie ab Mitte September bis einschließlich November.

Schon in der alten Antike wurde die Quitte, mit ihrer gesunden Wirkung, als Heilmittel gegen Hautentzündungen, Verdauungsbeschwerden und Erkältungen genutzt. Wir zeigen dir, was noch so alles in der Quitte steckt und was du aus der Frucht zaubern kannst.

Ein fruchtig-frisches Geschmackserlebnis

Bis ins 19. Jahrhundert war die Quittenfrucht noch sehr beliebt. Es folgte eine Zeit, in der die Bedeutung der Quitte durch eine neue Vielfalt im Obstangebot sank. In den letzten Jahren werden Quitten jedoch wieder verstärkt nachgefragt und angebaut. Kein Wunder, denn die Quittenfrüchte sind wunderbar lecker und in der Küche vielseitig verwendbar.

Die Quitte erinnert optisch an eine Mischung aus Apfel und Birne, ihr Fruchtfleisch ist roh allerdings steinhart und ungenießbar. Insgesamt gibt es über 200 Quittensorten, die weiter in Apfel- und Birnenquitten unterschieden werden. Die Namensgebung bezieht sich hier auf die Form. Die eher runde Apfelquitte ist hart in der Konsistenz und herb im Geschmack. Die längliche Birnenquitte ist bekannt für ein weiches Fruchtfleisch und ihren milden Geschmack, weshalb sie besser für die Weiterverarbeitung geeignet ist. Erst gekocht, gedämpft oder gebacken entfalten die Früchte ihr fruchtig-zitroniges Aroma und können als Konfitüre, Suppe oder Beilage genossen werden.

Zum rohen Verzehr eignen sich die hierzulande erhältlichen Sorten nicht, da sie meist hart, holzig und bitter schmecken. Der leckere Geschmack entfaltet das Fruchtfleisch erst, wenn es gegart wird, da hier die Säuren und Bitterstoffe verschwinden. Eine schonende Methode, um die Vitamine in der Frucht nicht zu zerstören, ist das Garen in einem Drucktopf.

Quitten-Kuchen Essigbalsam Quitte Quitten-Gelee

Die Quitte als aromatische Vitaminbombe

Die Quitte ist eine wahre Powerfrucht und wird häufig als Heilmittel zur innerlichen sowie zur äußerlichen Anwendung geschätzt. Seit Jahrhunderten wird der gelben Frucht eine heilende Kraft zugesprochen. Bei den alten Griechen in der Antike galt sie einst als Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe, Glück, Schönheit und Unvergänglichkeit.

Die symbolträchtigen Früchte liefern eine Menge Inhaltsstoffe, die das Immunsystem des Körpers stärken und viele Körperfunktionen unterstützen können. So ist die Quitte reich an Vitamin C, Folsäure und hat zahlreiche Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen sowie verdauungsunterstützende Ballaststoffe. Die Samen der Quitte sind besonders erwähnenswert, denn sie enthalten eine große Anzahl an Schleimstoffen. Äußerlich angewendet kann der Schleim bei rissiger und entzündeter Haut reizlindernd und entzündungshemmend wirken. Trinkt man ihn, kann das enthaltene Pektin in den Quitten den Cholesterinspiegel senken, den Körper von Schadstoffen befreien und bei Halsschmerzen, Husten und Bronchitis helfen.

Quitten werden am häufigsten zu Quittengelee oder Quittenkonfitüre gekocht. Sie lassen sich aber auch leicht entsaften und werden zu Quittensaft, Quittenlikör oder Quittenwein verarbeitet. In Desserts und Kuchen schmeckt das Obst besonders gut und verleiht diesen eine fruchtige Note.

Leckeres Quittenbrot wie aus Spanien

Quittenbrot ist eine weitere süße Zubereitungsart der leuchtend gelben Frucht. Anders als der Name impliziert, handelt es sich dabei um kein klassisches Brot aus Getreide, sondern um ein süßes Konfekt, dass aus Zucker und Quittenmus hergestellt wird. Mancherorts ist das Quittenbrot auch als Quittenspeck, Quittenkonfekt oder Quittenpaste bekannt.

Besonders in Spanien und Portugal ist das Quittenbrot (Dulce de membrillo) eine beliebte Süßspeise. Die Spanier servieren es zu kräftigen Käsesorten, Tapas, Schinken und Salami. Die Kombination aus süß-fruchtigem Quittengelee und herzhaft-salzigen Speisen ist einfach unwiderstehlich.

Wir haben das Rezept für die berühmte, spanische Spezialität für euch herausgesucht. Es braucht zwar etwas Zeit, doch in der Zubereitung ist das Quittenbrot sehr einfach.

Zutaten

  • 1 kg Quitten
  • 5 EL Zitronensaft
  • ½ TL Vanillepaste
  • 900 g Zucker
  • Kokosraspeln (optional)

Zubereitung

  1. Den Flaum der Quitten mit einem Küchentuch abreiben, waschen, vierteln und den Fruchtansatz, den Stiel und das Kerngehäuse entfernen.
  2. Die Fruchtstücke im Topf mit ausreichend Wasser bedeckt ca. 40 Minuten weich kochen.
  3. Anschließend die weichen Quitten mit einem Stabmixer pürieren. Die pürierte Masse wiegen und zum Einkochen das gleiche Gewicht an Zucker hinzugeben (1:1 Verhältnis).
  4. Zitronensaft und Vanillepaste hinzugeben und gleichmäßig umrühren. Unter Rühren die Masse ca. 45 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis das Mus leicht dicklich ist.
  5. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Quittenmasse auf dem Blech ca. 1-2 cm dick auftragen. Nun heißt es warten und das Quittenbrot ca. 2-3 Tage bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Ist die Oberseite trocken, die Masse drehen und weiter trocknen.
  6. Alternativ kann das Quittenbrot auch für 3-4 Stunden bei 100 Grad im Backofen trocknen. Sobald sich die Oberfläche trocken anfühlt, sollte auch hier das Quittenbrot umgedreht werden.
  7. Ist die Masse fest, kann das Quittenbrot in beliebige Stücke geschnitten werden. Diejenigen, die es besonders süß mögen, können die Stücke anschließend in Zucker oder Kokosraspeln wälzen.

Quittenbrot

Wenn du das Quittenbrot kühl und dunkel lagerst, kannst du die süße Speise mindestens ein halbes Jahr lang naschen. Falls dir die Zeit für die Zubereitung fehlt, haben wir das Quittenbrot bei Schrader im Sortiment. Auch mit Walnüssen verfeinert ein wahrer Genuss.

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