japanischer Grüntee mit Teekanne

Die 5 beliebtesten Grüntees aus Japan – Infos & Tipps

Japan ist bekannt für seine edlen Tees, die zu den teuersten der Welt gehören. Besonders Grüntee wird hauptsächlich in Japan getrunken und angebaut. Nur in geringen Mengen wird der Tee nach Europa exportiert.

In diesem Beitrag möchten wir euch die beliebtesten Grünteesorten aus Japan kurz vorstellen, euch einen Einblick in die japanische Teekultur und nützliche Tipps für die Zubereitung geben.

Grüntee-Anbau in Japan

Der Tee ist in Japan mehr ein Garten- als ein Plantagenerzeugnis. Er wird auf den Inseln Honshu und Kyushu überall verstreut angepflanzt. Der wichtigste Teebezirk ist Shizuoka, der malerisch am Fuße des Fuji liegt, wo fast die Hälfte des japanischen Tees gepflückt wird.

Nicht zu vergessen der Uki-Distrikt, welcher schon vor dreihundert Jahren aufgeführt wurde und den berühmten, kaum bezahlbaren Gyokuro liefert. Die Teefelder liegen meistens nach Südosten, auf der warmen Seite Japans. Die vergleichbaren kleinen Felder ziehen sich oft an Flüssen und Bächen entlang, da in diesen Lagen optimale Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit herrschen.

In Japan wird ausschließlich die Pflanze camelia sinensis angebaut und alle japanischen Grüntees stammen von ihr ab. Diese Teepflanze verträgt das rauere Klima Japans mit einem ausgesprochen langem Winter und gelegentlichem Frost.

Die erste Ernte im Jahr beginnt Ende April mit den ersten zarten Blättern, die in Steinmühlen zu feinstem Matcha Tee verarbeitet werden. Anschließend folgt die Ernte des Gyokuro Tees. Mitte Mai beginnt die mengenmäßige größte Produktion (überwiegend Sencha), welche dann im September mit der Herstellung des Bancha Tees endet.

Teefelder in Japan

Über viele Generationen haben die Tee-Bauern ihre Teegeheimnisse weitergegeben. So weiß ein japanischer Teebauer bestens über die Pflege der Teepflanzen, die Lage der Teegärten und den richtigen Zeitpunkt der Ernte Bescheid. Neben Tee, pflanzen die Bauern aber meist noch Reis und andere Agrarprodukte an.

Die japanische Teezubereitung

In keinem Land der Welt wird so viel Grüntee getrunken wie in Japan – und dass, obwohl die Japaner das belebende Getränk erst seit rund dem 8. / 9. Jahrhundert nach Christus kennen. Die japanische Teeproduktion besteht zu hundert Prozent aus grünem Tee.

Aus alten Zeiten und nach bewährter Sitte haben die Japaner vor dem Tee eine ungeschriebene Hochachtung. Zu Hause wird der Tee mit „o cha“ angesprochen, was so viel wie ehrenwerter Tee bedeutet. Die japanische Teezeremonie ist im Land der aufgehenden Sonne eine seit Jahrhunderten praktizierte Kulthandlung, welche immer noch Teil der klassischen Erziehung und Kultur ist.

Nach japanischer Tradition werden die Teeblätter unmittelbar nach dem Pflücken mit Wasserdampf behandelt, um den geringsten Ansatz der Fermentation zu verhindern. Anschließend wird der Tee gepresst und getrocknet. Nach mehrmaligem Rollen erhält der Tee sein charakteristisches Aussehen. Das Ergebnis ist ein frischer Grüntee mit unverkennbarem Charakter, der für die japanischen Tees typisch ist.

Serviert wird der Grüntee in der typisch japanischen Teekanne mit Seitengriff. Getrunken wird der Tee meistens noch wie früher aus kleinen Cups, Schalen ohne Henkeln. Denn es waren erst die Europäer, die einen Henkel an die Tasse brachten.

Japanische Gusseisen Teekanne

Beim Teeaufguss solltet ihr stets darauf achten, dass das Wasser nicht mehr kocht. Um eine optimale Aromaentfaltung zu erzielen, solltet ihr zunächst das Wasser zum Sieden bringen und die Temperatur anschließend auf 60 bis 80 Grad Celsius sinken lassen. Bei der feinsten Sorte, dem Gyokuro liegt die Wassertemperatur sogar bei nur ca. 60 °C und beim Bancha, der als Alltagstee getrunken wird, liegt die Temperatur bei 80 °C.

Ein japanischer Grüntee sollte zwei bis fünf Minuten ziehen. Je kürzer der Aufguss, desto anregender wirkt er – besonders stark die koffeinhaltigen Sorten. Je länger der Grüntee zieht, desto beruhigender ist seine Wirkung. Die Japaner trinken ihren Grüntee am liebsten pur, um die Aufnahme wertvoller Inhaltsstoffe nicht zu beeinträchtigen. Deshalb solltet ihr euren grünen Tee niemals süßen oder mit Milch verdünnen.

Japanische Grünteesorten, die ihr kennen solltet

Gyokuro

       

Der Gyokuro gilt als der wertvollste Grüntee der Welt. Sein hoher Wert und Preis entstehen durch seine aufwendige Produktion. Nicht ohne Grund bezeichnen ihn die Japaner auch als „edler Tautropfen“. Der Tee wird nur im Frühjahr und in kleinen Mengen geerntet, was ihn zu einem der teuersten Teesorten der Welt macht.

Bei dieser Sorte handelt es sich um einen beschatteten Tee. Dabei werden drei Wochen vor der Ernte Bambus- oder Schliffmatten mit dunklen Netzen über die Teeplantage gelegt. Auf diese Weise gelangt wenig Licht zu den Teepflanzen. So wird der Chlorophyllgehalt der Blätter erhöht, die Bitterstoffe stark reduziert und sie bekommen gleichzeitig eine dunkelgrüne Farbe.

Anfang Mai eines jeden Jahres werden die ersten Triebe der Teesträucher für die Herstellung des Gyokuro geerntet. Zu den besten Anbauregionen zählen Uji, Yame, Mie und Shizuoka. Durch die Beschattung der Teepflanze wird das einzigartige und unverkennbar elegante, leicht süßliche Aroma erzielt.

Brüht euren Tee idealerweise mit einer japanischen Tonteekanne wie z.B. der Kyusu mit Seitengriff, auf. Ihr solltet die Teekanne bis auf den letzten Tropfen leeren, denn hier steckt der intensivste Geschmack.

  • Wassertemperatur: 55 bis 60 Grad Celsius, bei einer Ziehzeit von 2 bis 3 Minuten.
  • Menge: 11 g für 1 Liter Wasser.
  • Teezubehör: japanische Tonteekanne wie z.B. die Kyusu mit Seitengriff. Ihr solltet die Kanne bis auf den letzten Tropfen leeren, denn hier steckt der intensivste Geschmack

Matcha Grüntee

         Matcha Tee in Schale

Der Matcha Pulvertee ist wahrscheinlich den meisten von euch als ein japanischer Tee bekannt. In den letzten Jahren hat sich der pulverisierte Grüntee als wahres Trendgetränk etabliert und wird in vielen europäischen Cafés z. B. als Matcha Latte angeboten. Mit seiner intensiven leuchtend grünen Farbe wird der Matcha Tee auch als Zutat für Smoothies oder zum Backen genutzt.

Der Matcha Tee gilt als der typische Tee für die berühmte japanische Teezeremonie „cha-no yu“, die seit Jahrhunderten weite Bereiche der japanischen Kunst und Kultur geprägt hat.

Für die Herstellung von Matcha werden getrocknete, feine, grüne Teeblätter zu feinem Pulver vermahlen. Der Tee schmeckt mild-würzig und ist aufgrund seines hohen Koffeingehaltes auch als Espresso unter den Grüntees bekannt. Noch mehr Informationen und Tipps für die Zubereitung von Matcha Tee findet ihr hier.

Bancha

        

Diese Sorte gilt als der Grüntee des japanischen Alltags. Bancha bedeutet übersetzt sowohl „spät“ (als Hinweis auf die späte Ernte) als auch „gewöhnlich“ und „alltäglich“. Traditionell wird der Bancha gerne zum Essen gewählt.

Gewonnen wird diese Sorte aus den Trieben, die nach dem Ende der Ernte für den Sencha gepflückt wird. Bancha Teeblätter haben größere, dickere und härtere Fasern. Nichtsdestotrotz sind seine Blätter reich an Mineralstoffen. Durch seinen hohen Kalziumgehalt und geringen Koffeingehalt ist er auch für koffeinempfindliche, sensible Teetrinker geeignet.

  • Wassertemperatur: 75 bis 80 Grad Celsius, bei einer Ziehzeit von 3 bis 4 Minuten.
  • Menge: 11 g für 1 Liter Wasser.
  • Teezubehör:  japanische Tonteekanne, Gusseisen-Teekanne oder im Baumwollnetz. Ein Stövchen ist eher ungeeignet, da der Grüne Tee sonst nachbittert.

Sencha

        

Übersetzt bedeutet Sencha „gedämpfter Tee“ und gilt als die beliebsteste Teesorte in Japan. Die dunkelgrünen Blätter werden im Frühling geerntet und sorgfältig verarbeitet. Der Sencha ist ein charakterreicher Grüntee – im Geschmack leicht, duftig und frisch. Sein grünes Blatt ist länglich und platt.

Ein chinesischer Sencha wird im Gegensatz zum japanischen Sencha, der mit heißem Wasserdampf behandelt wird, stattdessen in Eisenpfannen geröstet. Die unterschiedlichen Herstellungsverfahren ergeben natürlich auch abweichende Aromen. Durch das Dämpfen entwickelt sich im Grüntee ein viel frischerer Geschmack als in chinesischen Grüntees.

Beim Sencha gibt es unterschiedliche Qualitäten. Unser Tipp, um eine gute Qualität zu erkennen, solltet ihr auf folgendes achten: je dunkler das Grün der Sencha Blätter, umso besser ist die Sorte.

  • Wassertemperatur: 70 bis 75 Grad Celsius, bei einer Ziehzeit von 2 bis 3 Minuten.
  • Menge: 40 g für 1 Liter Wasser.
  • Teezubehör:  japanische Tonteekanne, Gusseisen-Teekanne oder im Baumwollnetz. Achtet darauf, dass die Teekanne vorher nicht für Schwarztee genutzt wurde, denn das kann den Geschmack verfälschen.

Genmaicha

Genmaicha Grüntee         Teezubereitung verschiedener Grünteesorten

Bei dieser Grünteemischung handelt es ist um eine Art Reistee. Die interessante Kombination besteht aus grünem Japan Sencha Tee und gerösteten, teilweise gepufften Reiskörnern (Genmai).

Genmaicha ist sowohl für den anspruchsvollen Teetrinker als auch für experimentierfreudige Feinschmecker geeignet. Sein Geschmack ist erfrischend und leicht würzig, mit einer salzigen und trotzdem süßlichen Note. Durch den Reis erhält der Grüntee zusätzlich einen malzigen Röstgeschmack.

Ihr könnt den Tee auch an späten Abendstunden bedenkenlos trinken, denn er hat eher geringeren Koffeingehalt. Der Genmaicha Tee ist ebenfalls eine gute Wahl für Einsteiger aber auch für langjährige Grünteetrinker, die gerne mal einen neuen Geschmack ausprobieren möchten.

  • Wassertemperatur: 75 bis 80 Grad Celsius, bei einer Ziehzeit von maximal 2 Minuten für den ersten Aufguss. Für den zweiten Aufguss sollte 80 °C heißes Wasser verwendet werden und direkt abgegossen werden.
  • Menge: 40 g für 1 Liter Wasser.
  • Teezubehör:  japanische Tonteekanne, Gusseisen-, Keramik- oder Edelstahlkannen, aber auch ungebleichte Einweg-Teefilter aus Papier oder Mehrwegfilter aus Baumwolle.

Also ran ans Probieren neuer Grünteesorten und lasst euch inspirieren von unseren japanischen Grüntees. Passendes Zubehör für die authentische fernöstliche Zubereitung findet ihr übrigens hier.

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